Pressetermine gehören auch dazu!

Am Mitt­wo­ch gab es einen Ter­min mit der net­ten Redak­teu­rin Syl­via Tet­mey­er von der Bie­le­fel­der NW. Sie möch­te einen Bericht über unse­re La Tra­viata Pro­duk­ti­on schrei­ben aus dem Blick­win­kel hin­ter den Kulis­sen. Um 14 Uhr saßen wir also im Schnei­de­rate­lier  Traute&Muse in der Bie­le­fel­der West­stra­ße zusam­men. ‚Wir‘ heißt in die­sem Fall Pro­jekt­lei­te­rin und Vio­let­ta Lara Veng­haus, Kunst­leh­re­rin Laris­sa Neu­feld mit drei ihrer Schü­le­rin­nen, Anto­nia Berndt, Maß­schnei­de­rin und Schnitt­di­rek­tri­ce, Abdul­lah Ami­ri und ich. Wir sind so breit auf­ge­stellt erschie­nen bzw. anwe­send, weil wir der Redak­teu­rin einen Ein­druck von den vie­len betei­lig­ten Per­so­nen und Insti­tu­tio­nen hin­ter den Kulis­sen geben woll­ten. Unse­re La Tra­viata lebt davon, dass vie­le Men­schen ihr Kön­nen zur Ver­fü­gung stel­len, die man son­st nicht bei einer Thea­ter-Opern­pro­duk­ti­on in die­ser Kon­stel­la­ti­on fin­den wür­de.

Da das Audi­max kei­ne pro­fes­sio­nel­le Büh­ne ist, son­dern eben ein mul­ti­funk­tio­na­ler Hör­saal in der Uni, muss man zwar nicht wirk­li­ch Abstri­che bei Kulis­se und Büh­nen­bild machen, aber man muss den gege­be­nen Raum krea­tiv aus­nut­zen. Hier kommt Laris­sa Neu­feld mit ihrem Kunst­kurs Krea­ti­ves Gestal­ten der Gesamt­schu­le Wer­t­her ins Spiel.  Für die Tra­viata brau­chen wir Requi­si­ten und ver­schie­den­s­te Büh­nen­bil­der. Frau Neu­feld und ihr Kunst­kurs restau­rie­ren, malen und wer­keln für uns was das Zeug und die Farb­pa­let­te her­gibt. So ent­steht ein bun­tes Mosa­ik – nicht nur auf den Ober­flä­chen der Bei­stell­ti­sche.

Die drei 16-jäh­ri­gen Schü­le­rin­nen Lea, Imke und Moni­ka hat­ten auch eini­ges an Arbeits­pro­ben zum Zei­gen dabei. Strah­lend prä­sen­tier­ten die Mädels uns Vio­let­t­as Ball­saal und Flo­ras Salon. Noch in klein, doch schon bald auf der ganz gro­ßen Lein­wand im Audi­max. Man kann schon sagen, dass die­ser Kunst­kurs auf sei­ne Wei­se inter­ak­tiv ist.

Das Nähate­lier Traute&Muse hat nicht nur den Treff­punkt zur Ver­fü­gung gestellt, nein. Hier wird flei­ßig an eini­gen Kos­tü­men für die Sän­ger geschnei­dert. Immer emsig mit dabei ist Prak­ti­kant Abdul­lah aus Afgha­nis­tan. Der 25-jäh­ri­ge Flücht­ling und gelern­ter Her­ren­schnei­der lernt hier, wie man euro­päi­sche Schnitt­mus­ter in Stoff umsetzt. da stellt sich glatt die Fra­ge: Wer pro­fi­tiert hier eigent­li­ch von wem? Ein­deu­tig jeder von jedem! Wenn Abdul­lah nicht in Win­des­ei­le höchst akku­ra­te Kos­tü­me näht, wer­den ganz neben­bei auch noch die Deutsch­kennt­nis­se ver­tieft. Und wir bekom­men wun­der­schö­ne Kos­tü­me – ein ech­tes Hand-in-Hand-Kon­zept.

Ich durf­te auch noch­mal erzäh­len, wie man als Anglis­tik­stu­den­tin mit Opernam­bi­tio­nen und Han­di­cap bei die­ser Pro­duk­ti­on gelan­det ist. Hier zeigt sich nur wie­der die bereit­wil­li­ge und gewoll­te Inte­gra­ti­on auf allen Ebe­nen.

Die Redak­teu­rin hat in ein­ein­halb Stun­den von uns soviel Infos bekom­men, dass sie schlicht nicht wuss­te, was sie zuer­st schrei­ben soll. Und wir sind dank­bar für jede Wer­bung.

Eine Oper auf die Büh­ne zu brin­gen funk­tio­niert halt nicht mal eben so. Neben den Akteu­ren auf der Büh­ne braucht es Pla­ner, Bast­ler, Näher und Koor­di­na­to­ren. Man­ches in Per­so­nal­uni­on. Und Pres­se­ter­mi­ne gehö­ren auch dazu – wir wol­len unser Publi­kum schließ­li­ch wis­sen las­sen, dass wir  Bie­le­feld Ende April unse­re Insze­nie­rung zei­gen wol­len!