Ursprünge

Wer ein­mal in Paris ist und über den Cime­tiè­re de Mont­mar­t­re schlen­dert, wird neben den Grä­bern eini­ger ande­rer bekann­ter Per­sön­lich­kei­ten auch die­ses Grab fin­den, das regel­mä­ßig von unbe­kann­ten Besu­chern mit Blu­men geschmückt wird. Hier ruht Alp­hon­sine Ples­sis, die unter dem Namen Marie Duples­sis eine zu ihrer Zeit bekann­te Kur­ti­sa­ne war und die Alex­andre Dumas fils, der bis zu ihrem Tod im Jah­re 1847 einer ihrer Ver­eh­rer war, als Vor­bild für die ers­te lite­ra­ri­sche Grund­la­ge der Tra­viata dien­te – die Dame aux Camé­li­as, der Kame­li­en­da­me, die zuer­st als Roman im Jah­re 1848 das Licht der Welt erblick­te.

Schon die reel­le Per­son (und in der Fol­ge auch Mar­gue­ri­te Gau­tier, Dumas’ Prot­ago­nis­tin) war dafür bekannt, dass sie regel­mä­ßig Kame­li­en und ande­re Blu­men bei sich trug. Wäh­rend Dumas den dis­kre­ten Man­tel des Schwei­gens über den mög­li­chen Grund leg­te, kann man anneh­men, dass sie dies aus einem rela­tiv prak­ti­schen Grund tat, um ihren Ver­eh­rern mög­li­che Unpäss­lich­kei­ten anzu­zei­gen: Wei­ter­le­sen

Nach meinem Studium der Linguistik und Literaturwissenschaft an der Uni Bielefeld stieß ich eher durch Zufall zum Projekt Zauberflöte dazu; und bin den Gesangs- und Opernproduktionen des Orchesters seither treu geblieben.

Kurze Einführung zum Librettisten von »La Tra­viata«: Francesco Maria Piave

Francesco_Maria_Piave_-_Granger

Wer eigent­li­ch war Fran­ces­co Maria Pia­ve? 

Nun, in man­cher Hin­sicht durch­aus etwas ähn­li­ches wie Loren­zo da Pon­te für Mozart.

1810 in Mura­no, der Glas­ma­cher­insel in der Adria vor Vene­dig, gebo­ren, wid­me­te er sich auf Ver­lan­gen des Vaters kurz­zei­tig dem Theo­lo­gie­stu­di­um, wand­te sich dann aber bald der Lite­ra­tur zu. Schon mit 32 Jah­ren wur­de er Schau­spiel­di­rek­tor des nam­haf­ten Tea­tro La Fenice in Vene­dig und stieg dort sechs Jah­re spä­ter zum Haus­poe­ten auf. 1859 wur­de ihm die­sel­be Wür­de zusätz­li­ch am Tea­tro del­la Sca­la in Mai­land über­tra­gen. Pia­ve besaß für Ver­di also den Vor­zug exzel­len­ter Bezie­hun­gen zu zwei der wich­tigs­ten Opern­häu­ser Ita­li­ens, was ihn wohl über man­che dich­te­ri­sche Unzu­läng­lich­keit sei­ner Erzeug­nis­se hin­weg­se­hen ließ. Immer­hin such­te Ver­di die Zusam­men­ar­beit mit Pia­ve für zehn sei­ner Opern, ange­fan­gen mit der Bear­bei­tung von Vic­tor Hugos Ern­ani 1844 bis zu La for­za del desti­no 1862.

Daß die Bezie­hung zwi­schen Ver­di und Pia­ve den­no­ch nicht aus­schließ­li­ch geschäft­li­cher Natur gewe­sen sein kann, ist aus der Tat­sa­che ersicht­li­ch, daß Ver­di sei­nen lang­jäh­ri­gen Libret­tis­ten, der seit einem 1867 erlit­te­nen schwe­ren Schlag­an­fall fast voll­stän­dig gelähmt war und sei­nem Beruf nicht mehr nach­ge­hen konn­te, neun Jah­re lang durch groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le Zuwen­dun­gen unter­stütz­te und nach sei­nem 1876 erfolg­ten Tod für ihn ein Ehren­be­gräb­nis in Mai­land orga­ni­sier­te. Es ist dies eine der zahl­rei­chen Bege­ben­hei­ten aus dem Leben des größ­ten ita­lie­ni­schen Kom­po­nis­ten, die davon erzäh­len, daß er, der sei­nen künst­le­ri­schen Anspruch unnach­sich­tig ver­folg­te, sei­nen Mit­ar­bei­tern immer mit Warm­her­zig­keit und Mit­ge­fühl begeg­ne­te, gleich­gül­tig wie er ihre künst­le­ri­schen Fähig­kei­ten auch ein­schät­zen moch­te.