Fakten, Fakten, Fakten

Wer, wie, was, wann, wo?

Hier fin­den sich alle wich­ti­gen Daten und Infos zum Pro­jekt „Oper im Audi­max“:

 

Uni­ver­si­täts­or­ches­ter inter­dis­zi­pli­när

Der Pre­mie­re vor­aus gehen vier Ver­an­stal­tun­gen, mit denen wir Ver­dis „La Tra­viata“ inter­dis­zi­pli­när ein­bet­ten wol­len und unse­rem Publi­kum einen leich­te­ren Zugang zu dem Werk ermög­li­chen möch­ten. Denn: Oper ist span­nend!

 

 

30.03., 18 Uhr 

Zwi­schen gesell­schaft­li­cher Norm und indi­vi­du­el­ler Diver­genz -
Oper als Spie­gel der Gesell­schaft

Podi­ums­dis­kus­si­on mit
Prof. Wer­ner Vogt, Uni­ver­si­tät Witten/Herdecke,
Prof. Bir­git Apfel­baum, Hoch­schu­le Harz,
Dr. Wieb­ke Esdar, Uni­ver­si­tät Bie­le­feld,
Mode­ra­ti­on: Lara Veng­haus
Musi­ka­li­scher Rah­men: Nik­las Cla­rin, Bari­ton

 

03.04., 20 Uhr

Die Musik der ver­bor­ge­nen Vor­gän­ge –
Was und wie kom­po­niert Ver­di?

Vor­trag von Dr. Micha­el Hoyer, Uni­ver­si­tät Bie­le­feld
Musi­ka­li­scher Rah­men: Lara Veng­haus, Sopran, und Johann Pen­ner, Ten­or

10.04., 20 Uhr

Blu­men am Weges­rand – Dumas „Kame­li­en­da­me“, ihre Bil­der und ihre Gemein­sam­kei­ten und Dif­fe­ren­zen zur „Tra­viata“

Vor­trag mit Dr. Peter Men­ke, Uni­ver­si­tät Pader­born
Musi­ka­li­scher Rah­men: Sebas­ti­an Groß, Bari­ton

 

13.04., 20 Uhr

Die Tuber­ku­lo­se – Krank­heits­bild, his­to­ri­sche und sozia­le Aspek­te

Vor­trag mit Dr. Fried­rich Lin­de­mann, Uni­ver­si­tät Bie­le­feld
Musi­ka­li­scher Rah­men: Lara Veng­haus, Sopran

Alle Ver­an­stal­tun­gen die­ser Rei­he fin­den im Zen­trum für inter­dis­zi­pli­nä­re For­schung der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld statt, die Adres­se lau­tet Metho­den 1, 33615 Bie­le­feld. Der Ein­tritt ist, wie immer, frei.

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Nach der Vor­trags­rei­he steht uns dann schon die Pre­mie­re ins Haus – fol­gen­de Vor­stel­lungs­ter­mi­ne ste­hen auf dem Pro­gramm:

21.04., 19 Uhr Pre­mie­re

22.04., 19 Uhr 2. Vor­stel­lung

24.04., 20 Uhr (sine tem­po­re!) Der­nie­re

Alle Vor­stel­lun­gen fin­den im Audi­max statt, Ein­lass ist eine Stun­de vor Beginn, der Ein­tritt ist frei, es gibt kei­nen Kar­ten­vor­ver­kauf und freie Platz­wahl.

Fra­gen wer­den jeder­zeit ger­ne via Email ent­ge­gen­ge­nom­men, die Adres­se lau­tet uob_lat­ra­viata (at) gmx.de

Ein ganz normaler Tag…

… im Leben der Pro­jekt­lei­tung.

 

9 Uhr. Caf­fè im Bett. 

Ja, Caf­fè ita­lie­ni­sch geschrie­ben – es muss schon ein rich­ti­ger ita­lie­ni­scher Cap­puc­ci­no sein, Fil­ter­kaf­fee kommt mir nicht ins Haus, davon wer­de ich nicht wach son­dern gran­tig. 9 Uhr, Lang­schlä­fer – ja, das bin ich, und als Vio­let­ta-Inter­pre­tin muss das auch sein, nur in einem aus­ge­ruh­ten Kör­per kann sich eine leis­tungs­star­ke Stim­me wohl­füh­len. Caf­fè also. Und das iPad, denn inter­es­san­ter­wei­se sind die meis­ten Kol­le­gen nacht­ak­tiv. Wäh­rend die­ser Form des Früh­stücks wer­den also Nach­rich­ten, Mails und die Tages­zei­tung gecheckt. Aha, mal wie­der hat jemand von den Mit­wir­ken­den bemerkt, dass die Auf­füh­run­gen in den Oster­fe­ri­en lie­gen, er dort aber ver­reist ist. Memo an mich: Du muss eine Aus­hil­fe beschaf­fen sowie das nöti­ge Geld, sie zu bezah­len. Dafür hat der Hor­nist zuge­sagt, und der poten­ti­el­le Gren­vil benö­tigt Noten. Der Caf­fè ist längst aus­ge­trun­ken, aber der Papier­kram will erle­digt sein.

 

10 Uhr. Orts­ter­min.

Der ers­te Ter­min des Tages, im Audi­max. Ob wir die uni-eige­ne Büh­ne nut­zen kön­nen für das Pro­jekt? Lei­der nein, es stellt sich her­aus, dass die Gesamt­flä­che zu klein und die Ele­men­te auch nicht kom­pa­ti­bel mit denen der Leih­fir­ma sind. Scha­de, schön wäre es gewe­sen. Wäh­rend der Wei­ter­fahrt im Auto muss ich das tele­fo­ni­sch an das Team durch­ge­ben, damit der Kos­ten­vor­an­schlag in Auf­trag gege­ben wer­den kann.

 

11 Uhr. Anpro­be in der West­stra­ße.

Anto­nia muss das Kos­tüm für den 1. Akt abste­cken. Lei­der – oder zum Glück? – bin ich in den Schul­tern viel schmä­ler als mei­ne männ­li­chen Kol­le­gen. Aber mit so erfah­re­nen Meis­tern ihres Fachs über­win­den wir auch die­se Schwie­rig­keit.

 

12 Uhr. Tref­fen mit Laris­sa bei JAB Anstoetz. 

Die Büh­nen­bild­ner der Klas­se 10 an der Gesamt­schu­le in Wer­t­her benö­ti­gen noch Stof­fe für Stuhl­hus­sen, Bett­über­wür­fe und ähn­li­ches. Ein wun­der­ba­rer Ter­min! Was gibt es schö­ne­res, als die­se beein­dru­cken­den Mus­ter und Qua­li­tä­ten zu sich­ten und sich das schöns­te aus­su­chen zu dür­fen? Schwie­rig wird es bloß bei der Fra­ge, wie das alles ins Auto passt … Aber mei­ne klei­ne Aida ist stark und geräu­mig, nur der Fah­rer­sitz lässt sich nicht mehr ganz fest­stel­len …

12.45 Uhr. Wei­ter nach Det­mold.

Im Auto kann man wun­der­bar wei­te­re Tele­fo­na­te füh­ren, da muss mit poten­ti­el­len Spon­so­ren gespro­chen wer­den, mit der Pres­se zwecks Ter­min­ver­ein­ba­rung und natür­li­ch auch mit dem Sekre­ta­ri­at Kunst und Musik, schließ­li­ch müs­sen die Räu­me für das nächs­te Pro­ben­wo­chen­en­de reser­viert wer­den. Dazwi­schen dann noch ein Anruf von Loui­sa: Juchuh, wir haben noch eine Hel­fe­rin in der Mas­ke!

13.45 Uhr. Mit­tags­pau­se.

Der 2. Caf­fè des Tages. Und Kuchen – ohne Zucker ist der Tag nicht zu über­le­ben. Wäh­rend­des­sen eine Lage­be­spre­chung mit Micha­el: Was hast Du erle­digt, was hab ich erle­digt, was ist noch zu tun, wer küm­mert sich um was? Und in die­ser Sze­ne im 1. Akt, da kam mir noch so eine Idee … Wir könn­ten stun­den­lang alles dis­ku­tie­ren, aber dafür fehlt die Zeit. Nun wird erst­mal geprobt.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.30 Uhr. Stimm­bil­dung

Es gibt eine Regel: Drei Übun­gen wer­den am Stück absol­viert, dann gibt es eine klei­ne Unter­bre­chung. Jede Regel lebt davon, gebro­chen zu wer­den … Zumin­dest durch Klei­nig­kei­ten. Wie soll­te ich den orga­ni­sa­to­ri­schen Über­bli­ck behal­ten, wenn ich mir nicht zwi­schen­durch die zu erle­di­gen­den Din­ge notier­te? Am Schreib­ti­sch liegt ein Zet­tel und ein Stift, und regel­mä­ßig hal­te ich bei mei­nen sin­gen­den Wan­de­run­gen durch das Haus inne, um das, was mir ein­fiel, zu notie­ren. Die­se „to-do-Lis­ten“ müs­sen dann spä­ter abge­ar­bei­tet wer­den. Und in den regu­lä­ren Pau­sen? „Ach, ich muss Peter noch gera­de durch­ge­ben, was alles für Print­me­di­en zu erstel­len sind“ „Doris muss das Bild von dem Hut krie­gen, ich schi­cke ihr das mal eben rüber.“ „Ich habe Mau­ri­zio noch gar nicht gefragt, ob er in der Pro­be kor­re­pe­tie­ren kann, ich schreib ihm mal eben.“ „Fran­zi hat ihre Schuh­grö­ße durch­ge­ge­ben, jetzt kann ich end­li­ch die Bestel­lun­gen auf­ge­ben.“ Ehr­li­ch gesagt habe ich kei­ne Ahnung, wie ich da den Über­bli­ck behal­te. Und auch nicht, wie Micha­el das aus­hält. Gut ist es, wenn die Stimm­bil­dungs­pha­se durch ist:

Jetzt bin ich Vio­let­ta. Und dabei darf mich kei­ner stö­ren.

17.30 Uhr. Ran an den Schreib­ti­sch.

Die Übepha­se ist absol­viert, nun geht es wie­der an den Lap­top und die Orga­ni­sa­ti­ons- und Schreib­ar­bei­ten. Das Anschrei­ben an die poten­ti­el­len Pro­gramm­heft­in­se­ren­ten muss über­ar­bei­tet wer­den, die Mas­ken­bild­ne­rin, die ich anschrieb, hat reagiert und benö­tigt genaue­re Infor­ma­tio­nen, das Orches­ter einen detail­lier­ten Pro­ben­plan, das Bal­lett eine Auf­nah­me mit genau­en Tem­pi, usw. usf.

 

18.30 Uhr. Abend­es­sen.

Micha­el hat gekocht, wäh­rend ich am Schreib­ti­sch saß. Nun gibt es eine hal­be Stun­de, in der ich mich mal nicht mit der Tra­viata beschäf­ti­ge – son­dern mit der aktu­el­len poli­ti­schen Lage. Ein biss­chen über etwas ande­res dis­ku­tie­ren, kurz gedank­li­ch aus den fest­ge­fah­re­nen Pflich­ten aus­stei­gen – das ist Ent­span­nung. Für eine hal­be Stun­de.

 

19.10 Uhr. Auf zur Chor­pro­be.

Wir sprin­gen ins Auto und bespre­chen auf der Fahrt die neu­es­ten Neu­ig­kei­ten. Micha­el wird gleich mit dem Bie­le­fel­der Chör­chen pro­ben, wäh­rend ich mit Mau­ri­zio, Sebas­ti­an und Johann eine sze­ni­sche Pro­be bestrei­te.

 

20 Uhr. Uni Bie­le­feld.

2.Akt, 2. Bild, Duett. Oh, wie ich es lie­be, in die­ser Musik auf­ge­hen zu dür­fen! Und Johann malt sich den Tod des Barons nun wirk­li­ch ein­dring­li­ch aus – Nik­las, nimm Dich in Acht! Prä­zi­se und ein­fühl­sam schifft Sebas­ti­an uns durch die Sze­ne, lässt uns mit den Figu­ren ver­schmel­zen und den­no­ch tech­ni­sch arbei­ten. 2 Stun­den inten­si­ves Pro­ben – dann ist der Tag vor­bei. Auf nach Hau­se.

 

22.30 Uhr. Der Tag endet, wo er anfing. 

Ich lie­ge im Bett, che­cke noch­ein­mal die Mails sowie die Ter­mi­ne für mor­gen und seh­ne den Schlaf her­bei.

 

Ja, die­ses Pro­jekt füllt mei­ne Tage gänz­li­ch aus. Aber so es mich erfüllt kann ich über­spru­deln und die­se Fül­le wei­ter­tra­gen an alle Betei­lig­ten. Etwas schö­ne­res kann ich mir nicht den­ken.

 

Na gut, doch, eines: Am Ende auf der Büh­ne zu ste­hen. Die­ses Gefühl ist durch nichts zu über­bie­ten.

Alfredo Germont

Wenn es jeman­den gibt, der von Anbe­ginn in die Opern­aus­flü­ge des Uni­ver­si­täts­or­ches­ters invol­viert war, so ist es wohl Johann Pen­ner. Ob er je eine Chan­ce hat­te, sich dem zu ent­zie­hen? Ich weiß es nicht. Wir sind wie ein altes Ehe­paar – nur zu dritt. Micha­el Hoyer, Johann Pen­ner und ich haben nicht nur Oper, son­dern auch zahl­rei­che Ora­to­ri­en und Lie­der­aben­de mit­ein­an­der bestrit­ten. Die Inten­si­tät hat dabei immer zuge­nom­men, und wir ken­nen uns mitt­ler­wei­le so gut, dass musi­ka­li­sche Inten­ti­on und tech­ni­sche Umset­zung des ande­ren eben­so ver­traut schei­nen wie die eige­ne Stim­me.

Die Opern­ge­schich­te nahm mit dem Frei­schütz ihren Anfang. Als Max beein­druck­te Johann mit der immen­sen Leucht­kraft sei­ner Stim­me und wur­de ins­be­son­de­re den hel­di­schen Pas­sa­gen die­ser Rol­le mehr als gerecht. Der Tami­no in der Zau­ber­flö­te 2012 stell­te ihn dann vor neue Her­aus­for­de­run­gen, steht bei Mozart doch bereits eine Art Bel­can­to im Vor­der­grund, ein lega­tis­si­mo flie­ßen­der Schön­ge­sang. War es hier zum ers­ten Mal, dass ich den Schmelz in sei­ner Stim­me wahr­nahm? Das weiß ich nicht mehr. Dafür erin­ne­re ich mich gen­au an jenen Moment am Ende der Pre­mie­re, in dem wir uns gegen­über­stan­den, die Feu­er- und Was­ser­pro­be absol­viert hat­ten, und glück­li­ch, erleich­tert und erschöpft waren.

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Wird es in der Tra­viata ähn­li­ch sein? Der Alfre­do ver­langt Johann die Ver­ei­ni­gung der bei­den vor­he­ri­gen Par­ti­en ab. Lyri­scher Schmelz und dra­ma­ti­sche Strahl­kraft, Inners­tes nach Außen gewandt – das ist es, und nicht weni­ger, was Ver­di sei­nen Haupt­dar­stel­lern abver­langt. Aber eins ist gewiss: Mit einem Kol­le­gen wie Johann Pen­ner an der Sei­te ist es pure Freu­de, sich die­ser Her­aus­for­de­rung zu stel­len.

Der musi­ka­li­sche Weg Johann Pen­ners zeich­ne­te sich von Beginn an durch Viel­sei­tig­keit aus. Er stu­dier­te sowohl Schul­mu­sik als auch Gesang an den künst­le­ri­schen Hoch­schu­len in Wei­mar und Det­mold und ver­steht es noch heu­te, das päd­ago­gi­sche und das künst­le­ri­sche Feld frucht­bar mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen; so hat­te er bei­spiels­wei­se von 2009 – 2010 einen Lehr­auf­trag für Gesang an der Hoch­schu­le für Musik in Müns­ter inne.

Schon wäh­rend sei­nes Gesang­stu­di­ums, wel­ches er erfolg­reich 2009 bei Wolf­gang Tie­mann abschloss, mach­te er sich in der Regi­on als Kon­zert- und Ora­to­ri­en­sän­ger einen Namen, und so zäh­len heu­te neben zahl­rei­chen Kan­ta­ten Johann Sebas­ti­an Bachs auch des­sen Pas­sio­nen sowie nahe­zu sämt­li­che bedeu­ten­den Ora­to­ri­en Hän­dels, Haydns oder Ros­si­nis in sein breit gefä­cher­tes Reper­toire. Sei­ne teno­ra­le Strahl­kraft wird dabei ins­be­son­de­re in Bezug auf Beet­ho­vens 9. Sin­fo­nie stets als her­aus­ra­gend emp­fun­den.

Auch für das Opern­fach kom­men ihm Schmelz und stimm­li­che Prä­senz zu Gute, so begeis­ter­te er unter ande­rem schon mehr­fach als Tami­no in der Zau­ber­flö­te (u.a. am Lan­des­thea­ter Det­mold) sowie als Max im Frei­schütz oder als Fili­pe­to in Die vier Gro­bia­ne.

Giorgio Germont

Manch­mal hat man als Initia­tor eines gro­ßen Pro­jek­tes unglaub­li­ches Glück. So auch am 13. März 2016, als Hon­gyu Chen zum Cas­ting für La Tra­viata nach Bie­le­feld kam. Schon bei sei­nen ers­ten Tönen waren wir, die „Jury“, also das Pro­jekt­lei­tungs­team, hin­ge­ris­sen. Nur eine Fra­ge stell­te sich: Wür­de ein so fan­tas­ti­scher Sän­ger wirk­li­ch in unse­rem Pro­jekt mit­ma­chen wol­len? Schließ­li­ch haben wir nur so beschränk­te finan­zi­el­le Mit­tel, dass nicht­mal eine Fahrt­kos­ten­er­stat­tung abge­deckt ist.
Er sag­te ja. Und so schät­zen wir uns über­glück­li­chen, Hon­gyu Chen in unse­rem Ensem­ble zu haben!
Der jun­ge, aus der inne­ren Mon­go­lei stam­men­de, Bari­ton Hon­gyu Chen schloss 2016 sein Stu­di­um zum Kon­zer­te­x­amen mit Aus­zeich­nung an der HfM Saar ab. Davor stu­dier­te er bei Prof. Rudolf Pier­nay in Mann­heim sowie als Pri­vat­schü­ler bei KS Eva Ran­do­vá.
Als mehr­fa­cher Preis­trä­ger inter­na­tio­na­ler Wett­be­wer­be gewann er unter ande­rem den 1. Preis beim 18. Imrich Godin Inter­na­tio­nal Vocal Com­pe­ti­ti­on, den Preis für die bes­te männ­li­che Stim­me beim Con­cours de Chant Lyri­que a Paris sowie den Preis für die Titel­rol­le des Figa­ros beim 23. Int. Gesangs­wett­be­werb Schloss Rheins­berg.
Wäh­rend sei­nes Stu­di­ums gas­tier­te er unter ande­rem an der Frank­fur­ter Oper, den Tiro­ler Fest­spie­len, der Opé­ra -Théâ­tre de
Metz Métro­po­le sowie dem Natio­nal­thea­ter Wei­mar. Sei­ne umfang­rei­chen Kon­zert­tä­tig­kei­ten führ­ten Hon­gyu Chen in meh­re­re Län­der sowie zur Zusam­men­ar­beit mit nam­haf­ten Orches­tern wie der Deut­schen Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz, dem Bran­den­bur­gi­schen Staats­or­ches­ter, den Pra­ger Phil­har­mo­ni­kern und Diri­gen­ten wie Chris­ti­an Thiele­mann, Gus­tav Kuhn, Hel­mut Ril­ling und Heri­bert Beis­sel.
http://www.hongyuchen.net

Wir bringen La Traviata an die Uni!

Vor ungefähr einem Jahr bekam ich von einer Freundin über Facebook den Casting-Aufruf für das Projekt "Oper im Audimax: La Traviata" des Universitätsorchesters unter Leitung von Dr. Michael Hoyer an der Universität Bielefeld zugeschickt. „Geh hin, das ist es doch, was du seit Jahren machen willst!”, ermunterte mich jene Freundin. Natürlich traf sie damit einen Nerv, und ich begann darüber nachzudenken, welche Arien ich für das Casting vorbereiten sollte… keine leichte Entscheidung, denn es gibt zu viele schöne! Mit der Vorbereitung stieg auch die Aufregung. Auf wen würde ich treffen? Wie würde die Atmosphäre sein? Ich wollte doch einfach nur singen. Zunächst einmal hieß es jedoch: Einsingen in der Übezelle. Gefühlt hatte ich kaum mit dem Aufwärmen angefangen, da wurde ich auch schon gebeten, zum eigentlichen Vorsingen in T0-260 zu gehen. Nach einer freundlichen Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde folgte das Vorsingen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging dann aber auch dieser Moment vorbei. Eins war jedoch nun klar: Ich war dabei, das Abenteuer Traviata konnte nun auch für mich beginnen!
Als dann mit dem Sommersemester auch die regelmäßigen Proben begannen, ging ich voller Vorfreude zur ersten Chorprobe. Notenlesen und Lieder einstudieren war mir und den anderen Mitsängern nichts Neues, aber wie lernt und singt man eine Sprache, über die man nur rudimentäre Kenntnisse aus dem Urlaub hat?

Copyright by Markus Paulußen

Unsere Proben bestehen immer aus kleinen Grüppchen, da wir das Projekt Verdi alle nebenberuflich angehen. Jedoch haben wir immer viel Spaß, und das schon beim Einsingen. Michael Hoyer schafft es mit Bravur, das sonst so eintönige Aufwärmen dennoch abwechslungsreich und mit Anekdoten gespickt, zu gestalten. Das folgende Arbeiten mit dem Klavierauszug kann dann auch beginnen. Studieren wir einen neuen Abschnitt ein, bekommen wir den immer erst von Michael Hoyer vorgelesen und ausführlich übersetzt. Wir wiederholen. „So, und jetzt bitte mal rhythmisch gesprochen!“ Auch das funktioniert. Also kann die Melodie geübt werden. Eingeteilt in die vier Singstimmen, wird jede erst einmal einzeln geübt, bis wir das Stück(chen) alle zusammen singen. Man muss manchmal kleinschrittig arbeiten, damit das Ganze dann erfolgreich klappt. Ton für Ton sozusagen. Eine große Oper braucht natürlich auch einen entsprechenden Chor. Also proben Michael Hoyer und Projektleiterin und "Violetta" Lara Venghaus noch mit einem Chor in Witten. Ich denke, dort geht es ebenfalls so lustig wie bei uns in Bielefeld zu. Ein gemeinsamer Besuch des Weihnachtsmarktes hat uns Chorsänger alle etwas weiter zusammengeschweißt, das I-Tüpfelchen sind jedoch die gemeinsamen Chorprobentage, die natürlich nötig sind, und an denen wirklich alle zusammen treffen: Die Chöre, die Solisten, das Orchester und viele freiwillige Helfer. Wir wachsen alle Stück für Stück zusammen, je mehr Regie und Kunst zusammenfinden. Ich freue mich sehr, mit so vielen netten Leuten an diesem Projekt arbeiten zu dürfen und freue mich schon auf das große Finale, wenn wir unsere fertige Traviata aufführen werden. Danke, Leute!

von Sina Nobbe